Informationen der Realgemeine Niedernjesa

Die  Realgemeinde NIEDERNJESA verfügt als „KÖRPERSCHAFT DES ÖFFENTLICHEN RECHTS“ unter anderem über Ackerland, Grünland und zirka 33 Hektar (ha) an Waldfläche. Ebenfalls als Waldfläche ausgewiesen und nicht grafisch dargestellt, ist die INSEL (zirka 0,3 ha) am westlichen Ortsausgang von NIEDERNJESA. Diese Flächen sind auf 60 Anteile, die zu einer „Haus- oder Hofstelle“ in NIEDERNJESA gehören, an die Mitglieder mit unterschiedlichen Anteilen verteilt. Unser „Realgemeindewald“, östlich von NIEDERNJESA, wird als Kulturwald seit Generationen von den Mitgliedern zur Erzeugung von Holz, aber auch als Erholungslandschaft von der Dorfbevölkerung genutzt. Im Hochmittelalter, ab Mitte des 12. Jahrhunderts, wurde dieser Wald auch als „HUTEWALD“, als Weide zur Viehhaltung, aber auch zur Erzeugung von Gerbrinde, Harz, Heilkräutern oder Wildbret genutzt. „HUTEWÄLDER“ bedeckten in dieser Zeit im dicht besiedelten Mitteldeutschland große Flächen zwischen den Siedlungen und Feldfluren. 

Wenn wir an Tiere im Wald denken, fällt uns als Erstes das Eichhörnchen ein, aber noch etwa 7000 verschiedene Tiere leben hier bei uns in einem durchschnittlichen Mischwald. Davon gehören zirka 5000 zu den Insekten und nur rund einhundert zu den Wirbeltieren. Einzellige Organismen wie Würmer, Spinnen oder Schneckentiere bilden den Rest. Eine große Anzahl verschiedenster Pflanzen und auch Totholzvorkommen ermöglichen den Tieren ein Leben im Mischwald. Sie finden Schutz und Nahrung auf und unter den Bäumen und Sträuchern. Viele Beispiele zeigen, dass Tiere und Pflanzen im Wald zusammenleben und voneinander abhängig sind. So ernähren sich beispielsweise der Eichelhäher und das Eichhörnchen von den  Eicheln des Eichenbaumes. 

Die Realgemeinde NIEDERNJESA nimmt seit November 2022 an einem von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Projekt für ein „klimaangepasstes Waldmanagement“ teil und wird dabei, je nach Verfügbarkeit von Bundesmitteln, über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert. Die „FNR“ untersteht dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und wurde im Jahre 1993 auf Initiative der Bundesregierung mit der Maßgabe ins Leben gerufen, Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte im Bereich nachwachsender Rohstoffe zu fördern. Als Projektträger betreut sie Förderprogramme und Förderrichtlinien verschiedener Bundesministerien. Gegenstand der Förderung ist die nachgewiesene Einhaltung von übergesetzlichen und über derzeit bestehenden Zertifizierungen hinausgehenden Kriterien für ein „klimaangepasstes Waldmanagement“, mit dem Ziel, Wälder mit ihrem wertvollen Kohlenstoffspeicher zu erhalten, nachhaltig und naturnah zu bewirtschaften und an die Folgen des Klimawandels stärker anzupassen.

Natürliche Waldentwicklung auf 5 Prozent der Waldfläche

Eines der wichtigsten Ziele einer natürlichen Waldentwicklung ist die Erhaltung und Wiederherstellung der waldtypischen Artenvielfalt. Wälder mit natürlicher Entwicklung umfassen Wald- oder waldfähige Flächen, auf denen sowohl eine forstliche Nutzung als auch naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen dauerhaft unterbleiben. 

Kennzeichnung und Erhalt von mindestens fünf Habitatbäumen oder Habitatbaumanwärtern pro Hektar, welche zur Zersetzung auf der Fläche verbleiben. „Diese Bäume werden in der Folge gekennzeichnet sein!“ Wenn sie abgestorben sind, bleibt das Totholz am Waldboden liegen. So können Tiere, Pflanzen und Pilze weiterhin dort leben. Wie in der Abbildung ersichtlich, trägt ein Habitatbaum Baummikrohabitate, die für spezialisierte Arten Schutz-, Brut-, Überwinterungs- oder Nahrungsstätten bieten. 

Die Waldfläche der Realgemeinde NIEDERNJESA wurde mit dem PEFC-Fördermodul zertifiziert. PEFC ist ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. 

Die PEFC-Zertifizierung ist damit eine Art weltweiter „Wald-TÜV“. Holz- und Papierprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

Die Mitglieder der Realgemeinde NIEDERNJESA erhoffen sich durch die Teilnahme am „klimaangepassten Waldmanagement“, aber auch durch zusätzliche „Baumpflanzaktionen“, dass unser „Realgemeindewald“ für die Flora und Fauna und somit auch für unsere Nachfolgegenerationen erhalten bleibt!