Meliorationsgenossenschaft – Wasser auf die Felder

Genossenschaftliche Bodenkultivierung in Niedernjesa

Die Meliorationsgenossenschaft Niedernjesa war ein Zusammenschluss von Wieseneigentümern, die ihre Parzellen zwischen Leine und Bahn hatten. Gegründet wurde sie um das Jahr 1880. Das Ziel war Steigerung der Ernteerträge durch die Bewässerung der Wiesen zweimal im Jahr. Im Sommer wurde an zehn zusammenhängenden Tagen zur Anfeuchtung mit 400 Liter Wasser je Sekunde, im Herbst zur Düngung mit 750 Liter je Sekunde gewässert. Dazu wurde ein Grabensystem angelegt.

Die Wasserentnahme erfolgte dort, wo heute die Friedel-Holzapfel-Brücke steht – somit direkt vor dem Mühlengraben. Damit wurde dem Mühlenbesitzer Wasser entzogen, und er machte ab 1893 gegenüber der Gesellschaft den Ausfall von Mahl- und Dreschzeiten geltend. Erst nach etlichen Jahren wurde der Konflikt von behördlicher Seite durch die Zuweisung von Rechten und das Anbringen von Pegellatten (zur Messung der Wasserstände) gelöst.

Das Ende der Meliorationsgenossenschaft kam mit der Flurbereinigung 1954. Die Wiesen wurden Ackerland und die Gräben eingeebnet. Heute findet sich mit der Flurbezeichnung „Wiesenweg“ (der Feldweg von der K 30 in Richtung Rosdorf) noch ein sprachliches Erbe der Genossenschaft.