Mord aus Überdruss – erst geliebt, dann getötet

Verbrechen in der Nähe von Niedernjesa

An etwa dieser Stelle wurde am 2. Januar des Jahres 1842 gegen 6:00 Uhr abends die schwangere Hanna Bindseil aus Niedernjesa Opfer eines Mordes. Tags darauf wurde im Rothebach eine Weibermütze und ein Frauenhaarkamm gefunden. Etwa 7 ½ Meter nördlich des Baches in Richtung Reinshof fand man einen Mantel und weitere 14 ½ Meter ein Laken. All diese Gegenstände verlor Hanna, als sie vergeblich um ihr Leben rannte.

Hannas Leichnam wurde etwa 22 Meter südöstlich vom Bach in Richtung Niedernjesa einige cm tief mit Kopf und linker Schulter in einer eingefrorenen Pfütze liegend gefunden. Sie musste mit einem spitzen Pfahl aus dem Eis abgelöst werden und wurde von den Einwohnern Keite, Henkel, Köwing und Seebode zunächst ins Spritzenhaus nach Niedernjesa und von da in ihre Wohnung im Haus der Mutter gebracht.

Der später verurteilte und in Groß Schneen hingerichtete Täter Andreas Bollensen, Gärtner vom Reinshof, hatte mit der 30-jährigen Witwe Hanna Bindseil bereits einen 3-jährigen Knaben. Er versprach ihr die Ehe und schwängerte sie erneut. Gleichzeitig hatte er aber mit einer jüngeren und hübscheren Person aus Rosdorf vertrauten Umgang, die auch schwanger wurde. Nun wollte er Hanna nicht mehr heiraten und musste sie irgendwie loswerden.

Andreas besorgte sich einen dicken Dornenstock, verabredete sich mit Hanna bei den Pappeln zwischen Reinshof und Niedernjesa. Auf dem Weg zurück nach Niedernjesa schlug er mit dem Stock auf Hanna ein. Zunächst konnte sie flüchten, wurde aber beim Bach eingeholt…

So in etwa könnte der Leichnam gelegen haben:

Informationen recherchiert: Stephan Köwing;

Quellen: Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege, Band 27 von 1844, Seite 170 bis 216; Sizze, Bayerische Staats-bibliothek / Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte und Rechtstheorie

Die Kriminalgeschichte im Detail

Du möchtest den ganzen Mordfall kennenlernen und interessierst Dich für den kompletten Kriminalbericht? Dann kannst Du ihn dir hier herunterladen: [1844 ]Auszug aus – Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege.

02.01.1842 – Mord an Hanna

Der auf dem Klostergut Reinshof beschäftigte Gärtner Friedrich Bollensen aus Rosdorf hat am 02.01.1842 seine schwangere Braut, die Witwe Hanna Bindseil geb. Schmidt, aus Niedernjesa auf dem Wege von Reinshof nach Niedernjesa erschlagen und diese Tat nach anfänglichem Leugnen auch vor der königlichen Justiz-Kanzlei in Göttingen eingestanden.

01.09.1843 – Hinrichtung des Mörders

„Letzte öffentliche Hinrichtung auf dem Bönnekenhusener Dreisch am 01.09.1843: Der verurteilte Gärtner Friedrich Bollensen aus Rosdorf, der die schwangere Hanna Bindseil tötete, wurde an diesem Tage hingerichtet.“ Dorfchronik Ballenhausen