Weizenbergwarte – Landwehr als Siedlungsschutz

Die Stadt Göttingen schützte sich nicht allein durch ihre Wallanlagen vor Feinden, auch im ländlichen Umland wurden Verteidigungsanlagen zum Schutz errichtet. Ab 1401 begann die Stadt mit dem Aufbau eines großen Landwehrsystems. Ein Teil dieses Landwehrsystems lag in unserer unmittelbaren Nähe. Zwischen Niedernjesa und dem Reinshof verlief ein Landwehrgraben, beginnend etwas südlich vom heutigen Werder-Hof weiter in Richtung Westen über den Weizenberg bis nach Mengershausen und Olenhusen.

Um das Jahr 1410 wurde zusätzlich eine Warte auf dem Weizenberg errichtet. Die Weizenbergwarte, auch „Wetenbergswarte“ genannt, stand direkt beim trigonometrischen Punkt 169,5 oben auf dem Weizenberg, dort wo die alte Heerstraße die Landwehr querte. Allerdings stand sie dort nicht lange. Bereits 1537 war die Warte abgetragen worden und der freigewordene Acker wurde neu bestellt.

Die südliche Heerstraße verlief vom Geismar-Tor in Göttingen aus an der Dreckswarte (in der Nähe der Landwehrschänke) und am Reinshof vorbei in Richtung Niedernjesa.

Grafik und Text zusammengestellt von Stephan Köwing

Quellen:

  • Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen“, 84. Jahrgang 1919, Heft 3/4
  • Buch „Göttingen: Von den Anfängen bis zum Ende des Dreissigjährigen Krieges“, herausgegeben von Dietrich Denecke
  • „Stadt und Grenze – die Landwehr der Stadtwüstung“ von Thomas Küntzel M.A., Nienover im südniedersächsischen Kontext“
  • Buch: „Die mittelalterlichen Wüstungen in Südniedersachsen: O-Z“ von Erhard Kühlhorn, Verlag für Regionalgeschichte, 1994