Mit dem Trecker durch die Dorfgeschichte 2.0 am 22.09.2024

Über die Weizenbergwarte zur Meliorationsgenossenschaft

Mit dem Trecker durch die Dorfgeschichte 2.0!

Am 22.09.2024 fand die vom Verein Niedernjesa erleben! e.V. organisierte zweite Treckerfahrt durch die Dorfgeschichte statt. Zwei Treckergespanne mit 45 interessierten Personen fanden sich zu einer 2,5-stündigen Fahrt ein, um mehr über die Dorfgeschichte zu erfahren. Von 20 aufgestellten Stationen auf dem Dorferlebnispfad wurden 6 Stationen vorgestellt.

Christian Habenicht, 1. Vorsitzender, berichtete über die um das Jahr 1410 auf dem Weizenberg errichtete Warte, eine Verteidigungsanlage nördlich von Niedernjesa und Teil des großen Landwehrsystems der Stadt Göttingen. Die Weizenbergwarte, auch „Wetenbergswarte“ genannt, stand direkt beim trigonometrischen Punkt 169,5 oben auf dem Weizenberg, dort wo die alte Heerstraße die Landwehr querte. Allerdings stand sie dort nicht lange. Bereits 1537 war die Warte abgetragen worden und der freigewordene Acker wurde neu bestellt.

Ortsheimatpfleger Stephan Köwing griff noch einmal den Mord an der schwangeren Hanna Bindseil auf und berichtete über ein Gemälde in der Rosdorfer Kirche auf dem ihr Mörder abgebildet ist.

An der Rückseite des Schleusenhauses war der nächste Stopp. Das Schleusenhaus dienste damals als Arbeits- und Wohnort der Wiesenwärter. Diese hatten dafür Sorge zu tragen, dass immer genügend Wasser im Bewässerungsgraben vorrätig war.

Weiter ging die Fahrt zum Bahnübergang Niedernjesa. Hier wurde von 1925 bis 1982 mit einem Pumpwerk der Göttinger Bahnhof mit Wasser versorgt. Auch ein Schrankenwärterhaus gab es hier und zwei Wohnhäuser mit Stallungen und Garten. 1988 wurden alle Gebäude abgerissen.

Zu guter Letzt ging es an die Leine. Hier wurde über die Meliorationsgenossenschaft berichtet, ein Zusammenschluss von Wieseneigentümern, die ihre Parzellen zwischen Leine und Bahn hatten. Ziel war die Steigerung der Ernteerträge durch die Bewässerung der Wiesen zweimal im Jahr.

Nach der 2,5-stündigen Rundfahrt mit vielen Eindrücken ging es zum gemütlichen Teil über. Am Dorfgemeinschaftshaus warteten ein kleiner Imbiss und kühle Getränke für alle Teilnehmer.