Niedernjesa wunderschön – so beginnt das neue Lied für Niedernjesa zum 1.000-jährigen Jubiläum. Die Idee dazu hatte Bernd Nawothnig. Er ist selber leidenschaftlicher Musiker. In Zusammenarbeit mit seiner Frau Britta Schnoor hat er Text und Musik komponiert.

Erst mit der Reformation und die durch Martin Luther im Jahr 1524 formulierte Aufforderung „An die Ratsherren aller Städte“ christliche Schulen einzurichten, wurde im deutschsprachigen Raum begonnen, Bildung als notwendige Voraussetzung zur individuellen und gesellschaftlichen Entwicklung zu begreifen.

Im Jahr 1623 – mitten im 30-jährigen Krieg – tobte ein heftiger Kampf zwischen evangelischen und katholischen Truppen um die evangelisch besetzte Burg Friedland. Dieser verwandelte das ganze Leinetal zwischen Göttingen und Friedland in einen Kriegsschauplatz. Nahe Niedernjesa befand sich ein Feldlager.

Die Stadt Göttingen schützte sich nicht allein durch ihre Wallanlagen vor Feinden, auch im ländlichen Umland wurden Verteidigungsanlagen zum Schutz errichtet. Eine davon ist die Landwehr im Norden von Niedernjesa mit der Weizenbergwarte.

Im Sommer lockt die „Badeanstalt“ zum Schwimmen. Im Jahr 1935 oder ‘36 fand im Spätsommer an der Schleuse – so wurde das Wehr an der Leine genannt – ein Schwimmfest statt. Die Kinder der Schule Niedernjesa sollten zeigen, was sie beim Unterricht von Lehrer Engelke gelernt hatten.

Die Meliorationsgenossenschaft Niedernjesa war ein Zusammenschluss von Wieseneigentümern, die ihre Parzellen zwischen Leine und Bahn hatten. Gegründet wurde sie um das Jahr 1880. Das Ziel war Steigerung der Ernteerträge durch die Bewässerung der Wiesen zweimal im Jahr. Im Sommer wurde an zehn zusammenhängenden Tage zur Anfeuchtung mit 400 Liter Wasser je Sekunde, im Herbst zur Düngung mit 750 Liter je Sekunde gewässert. Dazu wurde ein Grabensystem angelegt.

Niedernjesa hat keine eigene Kläranlage. Damit das Abwasser behandelt werden kann, muss es in Richtung Göttingen gepumpt werden. Es kann nicht mit natürlichem Gefälle dorthin gelangen, da sich auf dem Weg der Weizenberg erhebt. Das vor uns stehende Häuschen ist die Pumpstation.