An etwa dieser Stelle – wo die Infotafel steht – wurde am 2. Januar des Jahres 1842 gegen 6:00 Uhr abends die schwangere Hanna Bindseil aus Niedernjesa Opfer eines Mordes. Tags darauf wurde im Rothebach eine Weibermütze und ein Frauenhaarkamm gefunden. Etwa 7 ½ Meter nördlich des Baches in Richtung Reinshof fand man einen Mantel und weitere 14 ½ Meter ein Laken. All diese Gegenstände verlor Hanna, als sie vergeblich um ihr Leben rannte.

1924/25 wurde an an unserem Bahnübergang das Pumpwerk errichtet. Das Backsteingebäude hatte einen Transformatorturm sowie eine Feuerstelle, damit im Winter das Einfrieren der Leitungen verhindert werden konnte.

Eine erste Besichtigung 2005: Das Haus war über 30 Jahre nicht bewohnt gewesen und in einem desolaten Zustand. Sämtliche Schwellen waren verrottet, die Fenster kaputt, die Türen verzogen. Im Erdgeschoß gab es keinen Fußboden mehr. Allerdings war das Dach weitgehend dicht und das Haus war von Bausünden durch Renovierung mit ungeeigneten Materialien verschont geblieben.

Die erstmalige Erwähnung der Leinemühle können wir auf das Jahr 1456 zurückverfolgen. In einer Handschrift wird der Müller als Schatzungspflichtiger genannt. Unmittelbaren Bezug zu Niedernjesa finden wir bspw. im Jahr 1893 in den Unterlagen der Meliorationsgenossenschaft.

Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen begeben sich bei jedem Einsatz in Gefahr — einen Kameraden dabei zu verlieren, ist jedoch das Schlimmste, was passieren kann. Aus der Geschichte der Feuerwehr Niedernjesa ist aus dem Jahr 1956 der Fall eines tödlich verlaufenden Einsatzes bekannt.

Erst mit der Reformation und die durch Martin Luther im Jahr 1524 formulierte Aufforderung „An die Ratsherren aller Städte“ christliche Schulen einzurichten, wurde im deutschsprachigen Raum begonnen, Bildung als notwendige Voraussetzung zur individuellen und gesellschaftlichen Entwicklung zu begreifen.

Im Jahr 1623 – mitten im 30-jährigen Krieg – tobte ein heftiger Kampf zwischen evangelischen und katholischen Truppen um die evangelisch besetzte Burg Friedland. Dieser verwandelte das ganze Leinetal zwischen Göttingen und Friedland in einen Kriegsschauplatz. Nahe Niedernjesa befand sich ein Feldlager.

Die Stadt Göttingen schützte sich nicht allein durch ihre Wallanlagen vor Feinden, auch im ländlichen Umland wurden Verteidigungsanlagen zum Schutz errichtet. Eine davon ist die Landwehr im Norden von Niedernjesa mit der Weizenbergwarte.

Im Sommer lockt die „Badeanstalt“ zum Schwimmen. Im Jahr 1935 oder ‘36 fand im Spätsommer an der Schleuse – so wurde das Wehr an der Leine genannt – ein Schwimmfest statt. Die Kinder der Schule Niedernjesa sollten zeigen, was sie beim Unterricht von Lehrer Engelke gelernt hatten.

Die Meliorationsgenossenschaft Niedernjesa war ein Zusammenschluss von Wieseneigentümern, die ihre Parzellen zwischen Leine und Bahn hatten. Gegründet wurde sie um das Jahr 1880. Das Ziel war Steigerung der Ernteerträge durch die Bewässerung der Wiesen zweimal im Jahr. Im Sommer wurde an zehn zusammenhängenden Tage zur Anfeuchtung mit 400 Liter Wasser je Sekunde, im Herbst zur Düngung mit 750 Liter je Sekunde gewässert. Dazu wurde ein Grabensystem angelegt.